Bürger fragen: „Wie steht es um den Reichenbacher Friedhof“?

Immer wieder steht der Friedhof in Reichenbach und dessen Pflege im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und auch der Kritik. Die CDU-Ortsgruppe Reichenbach griff die immer wieder aufkommenden kritischen Stimmen auf und lud zu einer Begehung des Friedhofes mit Herbert Schneider von der Abteilung Öffentliches Grün der Stadt Lahr ein.

Vorsitzender Julius Benz begrüßte zu dieser Vor-Ort-Veranstaltung Bürgerinnen und Bürger, die sich aus erster Hand informieren lassen wollten. Herbert Schneider berichtete zunächst über die elf Lahrer Friedhofe im allgemeinen und sodann über die Weiterentwicklung der Bestattungsanlagen, die erst vor wenigen Wochen in Reichenbach mit einem neuen Urnengrabfeld weitergeführt wurde, das sich nun von seinen Vorgängern durch die Gestaltung abhebt. Er bezeichnete den Friedhof als einen „geschützten Platz“ nicht nur für die Toten, sondern auch für die Lebenden. Die sich in den vergangenen Jahren radikal geänderte Begräbniskultur war in diesem Ausmaß vor dreißig Jahren nicht vorhersehbar, doch biete die Stadt Lahr inzwischen auf allen Friedhöfen die verschiedenen Bestattungsmodelle bis hin zu gärtnergepflegten Anlagen an. Ein Gang über den ausgedehnten und in den Augen mancher viel zu großen Friedhof zeigte auf, wie auch hier verschiedene Anlagen miteinander korrespondierten. Baumbepflanzung, freie Flächen, lange Reihen von Hecken und Sitzbänke etwa durchbrechen die starren Reihen früherer Grabfelder. Doch auch und gerade an den vielen Laubbäumen und –hecken oder an den oft ungemähten Wiesenflächen entzündet sich immer wieder Unmut, da das fallende Laub und die Bepflanzung darunter für viel Ärger sorgen dort ganze Kolonien von Schnecken wimmeln. Das macht vielen die Grabpflege nicht leicht. Dass zwischen den Pflastersteinen oder Kieswegen ziemlich „Unkraut“ wuchert und dem Friedhof ein wenig schönes Aussehen verleiht, ist teils auch der schwierigen Unkrautbekämpfung zuzuschreiben. Das schon seit vielen Jahren brach liegende große Feld, das fast den ganzen alten Friedhof umfasst, ist seit acht Jahrhunderten der Reichenbacher Gottesacker, in dessen Mitte sich die alte Kirche bis 1848 erhoben hatte. Dieser älteste Teil des heutigen Friedhofes kann, wie Herbert Schneider bestätigte, im Grund wieder für Bestattungen genutzt werden. Von Teilnehmern wurde die übermäßige Bepflanzung durch Laubbäume moniert. In früheren Zeiten wurden auf Friedhöfen die immergrünen „Lebensbäume“ wie Zedern und Zypressen als Symbole des ewigen Lebens und der Auferstehung bepflanzt und damit ein Zeichen des christlichen Glaubens gesetzt. Schneider wies darauf hin, dass in jüngster Zeit auch auf dem Reibacher Friedhof wieder Zedern angepflanzt wurden, die diese Tradition durchaus fort-führen.-

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